Fairtrade-News – Mittelschule Steingaden

Mut-Mach-Nachricht“ für uns als Fairtrade-School:

 

Verändert der Faire Handel die Gesellschaft?

Auszug 1:  

Wozu trägt Schule bei, wenn sie fairen Handel betreibt?

Auszug 2:  

Gesellschaftliche Wirkung und Bedeutung einer Fairtrad-School

 

 

Warum sind wir nicht so fair, wie wir eigentlich sein wollen?

Auszug 3:

Wie ist unser „faires“ Einkaufsverhalten?  

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander!

 

Schüler kochen mit fairen Produkten

„Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir.“ Der römische Philosoph Seneca, von dem das Zitat stammt, hätte in Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau) seine wahre Freude gehabt. Denn in der Grund- und Mittelschule wird nach diesem Prinzip gelebt und gearbeitet. „Fairtrade“ lautet das Stichwort – seit Ende 2016 trägt die Schule auch offiziell den Titel „Fairtrade“ im Namen. Hinter dem Namen „Fairtrade“ steht die gemeinnützige Organisation Transfair, die sich für den Handel und Verkauf von fair gehandelten Lebensmitteln und Produkten einsetzt. „Schokolade und Kaffee aus fairem Handel beispielsweise unterstützen wirtschaftlich schwächere Arbeiter und tragen so zu einem gerechteren Welthandel bei“,
erklärt Elisabeth Schmölz ihren Schülern.
Das meiste, was im Fach Soziales/Hauswirtschaft verarbeitet wird, ist fair gehandelt. Die Vielfalt sei enorm: Neben Kaffee und Kakao sind es Bananen oder Baumwolle über Saft, Tee, Reis, Honig und Zucker bis hin zu den Schnittblumen am Valentinstag. Dass auch die Schule sich für einen fairen Handel einsetzt, war eine logische Konsequenz. Die oberbayerische Gemeinde Steingaden gehört neben London, Rom oder San Francisco zu den über 1500 Fairtrade-Towns weltweit. Allein in Deutschland gibt es 450 Fairtrade-Towns.
Für Lena, die aus einem Milchviehbetrieb stammt, ist Fairtrade eine Selbstverständlichkeit. Die Schülerin sagt: „Wir wollen doch auch, dass unsere Produkte zu einem fairen Preis gekauft werden.“ Seit beim Schulkochen auf Fairtrade geachtet wird, verwenden die Schülerinnen auch zu Hause vermehrt solche Produkte, wie sie beim Kochen erzählen. Ein Effekt, der Solveig Maria Niggl freut. Sie hat sich für das Fairtrade-Engagement der Schule eingesetzt. Die Lehrerin sagt: „Solche Aktionen bringen die Eltern auch zum Nachdenken.“ Die Schüler selbst profitieren auch: „Sie erfahren,
was sie selber tun können, um die Welt ein bisschen besser zu machen.“ Zu einem fairen, nachhaltigen Kochen gehört, überlegt einzukaufen: Lebensmittel sollen möglichst frisch und regional sein. Wenn möglich gilt es, Verpackungen zu vermeiden, erklärt Elisabeth Schmölz des Weiteren, bevor es an den Herd geht. Ach ja, und in die Tonne sollten Lebensmittel auch nicht. Deshalb kochen die Schülerinnen heute unter anderem mit überreifen Bananen, die sonst nicht gerne gegessen werden und deshalb schnell in der Biotonne landen.„Muss nicht sein“, sagt die Lehrerin und hat ein Rezept für ein Bananenbrot sowie für Pancakes mitgebracht. Ideale Reste-Verwertung für den Winter. Im Sommer schmecken die Bananen
besonders gut in Milch-Shakes. Bei den Bananen-Pancakes ist es wichtig, dass wirklich nur kleine Pfannkuchen rausgebacken werden, sonst lässt
sich das Gebäck nicht am Stück umdrehen. Doch auch als es beim ersten Pfannkuchen nicht gleich gelingt, sagt die Pädagogin: „Macht
nichts, dafür sind wir ja in der Schule: Um etwas zu lernen.“
Völlig unbekannt ist bei den Schülerinnen die Zutat „Quinoa“. Magdalena: Davon habe ich noch nie gehört.“ Die Lehrerin erklärt: Quinoa kommt aus Südamerika und diente den Inkas schon vor 6000 Jahren als Grundnahrungsmittel. Heute gilt es als Superfood. Die körnige Beilage wird ähnlich wie Reis zubereitet und schmeckt sogar, wie die Schülerinnen beim abschließenden Essen feststellen. Lea sagt: „Das probiere ich zu Hause auch mal aus.“ Einige pflichten ihr bei. Und eingekauft wird Fairtrade. Das versteht sich für die Mädchen mittlerweile von selbst.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Fairtrade-Rosen am Valentinstag

Am 14. Februar 2017 war es wieder so weit: Valentinstag – Mit Fairtrade-Rosen!

Für das Fairtrade-Team der Mittelschule Steingaden ist es inzwischen ein fester Termin, mit einer konkreten Aktion mitzuhelfen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern durch den Verkauf zertifizierter Fairtrade-Rosen zu verbessern.

Bei unserer diesjährigen Aktion wurden wir wieder, wie schon in den Jahren zuvor, von Frau Kirstin Mayr (Schön-Floristik) mit extra bestellten Fairtrade-Rosen zu einem äußerst günstigen Preis beliefert. Von der Kunstgruppe der Klasse 7M wurde wie selbstverständlich die Aufgabe übernommen, persönliche Grußkärtchen für die Besteller der Rosen zu schreiben und zu gestalten.

Daneben bedanken wir uns recht herzlich bei allen, die eine Fairtrade-Rose gekauft haben und hoffen, dass sie ihren Eltern, Freunden oder Freundinnen damit eine Freude gemacht haben. Den Beschäftigten auf den Farmen in Entwicklungsländern haben sie in jedem Fall etwas Gutes getan.

Das Fairtrade-Team der MS-Steingaden

 

Punkmusical über globale Gerechtigkeit in Steingaden

Am Freitag, den 02.12.2016, wurde das Fairtrade-Musical „Global Playerz“ in Steingaden aufgeführt, um den Schülern der Mittelschule zu zeigen, warum es so wichtig ist, fair gehandelte Produkte zu kaufen.

  Playerz

Die „Global Playerz“ - On Stage auf der Fohlenhofbühne

Am 02.12.2016, um 11.00 Uhr, war es dann soweit: Sonni Maier von den „Künstlern für Gerechtigkeit“ rockte mit ihrer kleinen aber feinen Company den Pfarrsaal des Fohlenhofs. Eine bessere Motivation für das neu gegründete Fairtrade-Team der Klasse 7M konnte man sich nicht vorstellen. Aber auch allen anderen Schülern fiel es bei der geschickt aufgezogenen Story wie Schuppen von den Augen, dass man gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt etwas tun muss. Worum ging‘s? Da waren drei Freundinnen, die zusammen die Girlie-Band „Players“ bilden. Als eine von ihnen zum ersten Mal das Heimatland ihrer Eltern besucht, merken sie, dass alles zusammenhängt: Die Ungerechtigkeit in Afrika und der Wohlstand und Überfluss bei uns. Da beschließen sie, die Welt wenigstens ein kleines Bisschen besser zu machen.

Mit bewundernswertem schauspielerischen Talent und geschickt eingesetzten Medien schaffte es die Truppe um Sonni Maier die globale Ungerechtigkeit deutlich zu machen und aufzuzeigen, was ein ganz normaler Jugendlicher gegen die Armut und Ausbeutung in Afrika und in anderen Ländern machen kann.

Wir, das Fairtrade-Team, wissen jedenfalls jetzt jedenfalls total sicher, dass wir mit unserem Fairtrade-Verkauf und unseren sonstigen Fairtrade-Aktionen genau das Richtige tun.

Mittelschule Steingaden goes fairtrade

„Ich bedanke mich für euer Engagement, euren Einsatz für fairen Handel und somit für ein gerechteres Miteinander auf der Welt.“ Mit diesen Worten überreichte Herr Moritz Meisel im Namen von Transfair e.V. im Rahmen einer gelungenen und an vielen Stellen nachdenklich stimmenden Feier die Urkunde an das Fairtrade-Team der Mittelschule Steingaden. „Ich kann euch auch mitteilen, dass eure Schule die erste Fairtrade-Schule im Landkreis Weilheim Schongau ist.“, fügte er im Anschluss an. Welchen Stellenwert das Thema fairer Handel und faires Miteinander in der Gemeinde und der Schule mittlerweile hat, konnte man auch an der Liste der geladenen Gäste erkennen. Bürgermeister Herr Wörle war davon angetan, was das Fairtrade-Team der Klasse 10M rund um ihre Klassenleitern Frau Maria Niggl an der Schule auf die Beine stellt und vermerkte sichtlich stolz, wie die Schule dieses wichtige gesellschaftliche und politische Thema aufgreift. Denn die Gemeinde Steingaden war ihrerseits die erste Gemeinde im Landkreis, die diese Auszeichnung verliehen bekam.

Katharina Bader und Barbara Hummel führten eindrucksvoll durch die Veranstaltung und zeigten unter anderem in einer Präsentation, wie man auf dieses Thema aufmerksam wurde und es seitdem an der Schule umsetzt. So verkaufen z. B. die Schülerinnen und Schüler an vier Schultagen während der Pause Fairtrade-Produkte. Eltern und Schüler werden bei schulischen Veranstaltungen darüber informiert, was fairer Handel genau bedeutet und wem fairer Handel letztendlich zu Gute kommt. „Ich musste euch zu keinem Zeitpunkt zu diesem Thema treiben. Ihr organisiert immer eigenverantwortlich die Aktionen. Besonders hervorheben möchte ich, dass hinter eurem Handeln kein finanzielles Interesse steht - denn da bleibt kaum etwas für euch hängen.

Ihr setzt damit bewusst ein Zeichen gegen den Turbokapitalismus, der uns in vielen Bereichen unseres Alltags mittlerweile beherrscht.“, merkte Frau Maria Niggl stolz an.

Auch die Klasse 9 setzte sich im Fach Wirtschaft mit diesem Thema auseinander. Sie erreichten für ihren Beitrag sogar auf Bundesebene einen hervorragenden 6. Platz. Unter der Leitung von Herrn Pruy entwarfen sie eine Geocaching-Tour durch Steingaden. Ziel dieser Schnitzeljagd mit dem Smartphone war es die verschiedenen Geschäfte in Steingaden, die fair gehandelte Produkte in ihrem Angebot haben, zu verknüpfen. Hierfür führten sie unter anderem Interviews mit den Ladeninhabern und packten die Informationen in die sogenannten Caches, die sie dann im Ort versteckten.

Nachdem die Schüler von vielen Stellen Lob erhalten hatten, „stimmten“ sie auf den zweiten Teil der Veranstaltung ein. „Es ist heute aber auch wichtig zu zeigen, dass wir uns nicht zufrieden zurücklegen können. Und eigentlich ist uns nicht wirklich nach Feiern zu Mute.“ Mit dem Lied „A Schiff“ von Martina Schwarzmann oder dem gespielten Interview mit Deutschlands bekanntesten Philosophen Richard David Precht wurde auf die Flüchtlingsproblematik und den Umgang damit in unserer Gesellschaft und Politik hingewiesen. In eindrucksvoller Art und Weise hielten die Schüler in dem Stück „Vor dem Gesetz“ von Kafka unserer Gesellschaft den Spiegel vor Augen und monierten damit unter anderem die Angst vor ethisch richtigem Verhalten gegenüber dem Leid anderer Menschen. Die Gäste zeigten sich von der Tiefgründigkeit der Darstellung beeindruckt.

Zum Abschluss bedankte sich Herr Jahrsdörfer (Konrektor) bei den Organisatoren der Veranstaltung und bei den Gästen für ihr Kommen. Den Schülern gab er folgende Botschaft mit auf den Weg: „Lasst euch nicht von eurem Weg abbringen, auch wenn ihr nicht jeden Schüler, Lehrer oder Mitmenschen von der Idee überzeugen könnt!“

So hat die Fairtrade-Gemeinde Steingaden nun auch eine Fairtrade-Schule!

 

Um den Fairtrade-Gedanken und unseren neuen Fairtrade-Verkauf in der Schule einzuführen, lud das Fairtrade-Team der Klasse 9M, vom 02.02. bis 13.02.2015, alle zehn Klassen der Mittelschule sowie die Umwelt-AG der Grundschule zu ihren PowerPoint Präsentationen über das Thema Fair-Trade in die Aula ein.

Im Vorfeld wurde in fünf Gruppen, mit viel Freude und zahlreichen Ideen die Präsentation erarbeitet. Es wurde daran gefeilt, Bilder wurden ausgetauscht, der Fehlerteufel wurde rausgeschmissen und der Vortrag geübt.

Dann kam der Tag, an dem die erste Klasse in der Aula saß und die Präsentation zum ersten Mal vor Publikum gehalten werden sollte. Hochspannung für das erste Präsentationsteam! Es lief aber alles wie am Schnürchen und nach einigen Klassen stellte sich schon so etwas wir Routine ein. Eine tolle Erfahrung war es für uns, einmal selbst „Lehrer“ zu sein und zu erleben, wie interessiert die Schüler aufpassten.

Im Anschluss an die Präsentation stellten wir dann auch noch gleich die Produkte vor, die wir in Zukunft in der Pause regelmäßig anbieten wollten.

 

Für alle war es eine tolle Erfahrung mit super gelungenen Präsentationen!

Allen Lehrkräften sagen wir an der Stelle herzlichen Dank, dass sie uns ihre Unterrichtszeit zur Verfügung gestellt haben.

Fairtrade an der Mittelschule

Sehr geehrte Eltern,

wie Ihnen sicherlich bekannt ist, wurde die Gemeinde Steingaden im Herbst 2014 Fairtrade-Town und damit Teil einer Kampagne, die fairen Handel auf kommunaler Ebene fördert.

Im Zuge dieser nachhaltigen und zukunftsorientierten Initiative möchte die Klasse 9M, der Mittelschule Steingaden, versuchen, einen Verkauf von Fairtrade-Produkten – vorzugsweise in der großen Pause sowie bei speziellen schulischen Veranstaltungen – auch in der Schule zu etablieren.

Für die Schüler ergeben sich dadurch eine Reihe von Lernmöglichkeiten, die sonst nicht oder nur vorwiegend theoretisch umgesetzt werden können:

- Praktisches Lernen mit hohem Motivationscharakter

- Sinnvolle und kreative Möglichkeit für soziales Engagement

- Erfahrung, dass man auch als junger Mensch Verantwortung für eine (etwas) bessere

   Welt übernehmen kann

- Umsetzung des Konzepts einer Schülerfirma

- Einnahmen zur Senkung der Kosten von Klassenfahrten/Abschlussfahrten

- Verinnerlichung der Haltung von „fairem Handeln“ an sich (fairer Milchpreis!)

- Unterstützung der Produzentinnen und Produzenten in sog. Entwicklungsländern

- Unterstützung umweltschonender Produktionsweisen in eben diesen Ländern

Neben den vielen eigenen Vorteilen, die Ihre Kinder direkt daraus ziehen können, scheint es mir gerade in Zeiten der immer drängender werdenden Flüchtlings- und Migrationsproble-matik unumgänglich zu sein, einen konkreten Beitrag dazu zu leisten, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern, damit immer mehr Menschen in Zukunft in ihren Heimatländer bleiben wollen und können.

Ich freue mich, wenn Sie unsere geplante Initiative befürworten und – bei Bedarf auch tatkräftig – unterstützen.

Bei entsprechender Akzeptanz ist es gut möglich, dass es in Steingaden auch eine Fairtrade-Schule gibt.

Sollten Sie sich selbst ein Bild von „Fairtrade“ machen wollen, empfehle ich Ihnen folgende Internetseiten:

        http://www.fairtrade-deutschland.de/

        http://www.fairtrade-towns.de/nc/startseite/

        http://www.fairtrade-schools.de/

Mit freundlichen Grüßen

Solvejg Maria Niggl, Klassleiterin 9M